Noch nicht

NOCH NICHT (14.02.2007)

Das unmenschliche Getöse
der vergangenen Schlachten
brüllt in meinen Ohren,
verliert sich nur langsam
bis es endlich in Ruhe verhallt.

Ich liege am Boden,
die Kräfte versagen,
mein Blick ist gebrochen,
mein Mut versickert im Schlamm.

Ach wie gerne würd‘ ich so liegen bleiben,
den Mund voller Dreck,
das Hirn vollkommen leer,
die Seele zur Abreise bereit.

Einfach aufhören, auflösen, weg sein,
liegen, vertrocknen, verdorren, zerfallen.
Zu Erde werden.
Doch Sie will es nicht.

Sie verschließt sich,
versiegelt Ihre Erde,
lässt Regen kommen – auf dass ich nicht vertrockne,
lässt Sonne scheinen – um mich zu wärmen,
schickt Düfte – um mein Herz zu erleichtern,
und Farben – um meine Lust zu wecken.

Sie will nicht weichen – noch nicht!

Das Leben kriecht zurück in meine Glieder
Langsam, leise sickert es in mich hinein.
Die Zahnräder im Hirn
setzen sich knirschend wieder in Gang,
das Herz schlägt weiter,
die Seele packt die Koffer wieder aus.

Zäh zieht die Zeit vorüber.
Tage, Wochen, Monate, Jahre?
Ihre Stimme dringt an mein Ohr:
Noch nicht! Steh auf!
Du wirst es schaffen.
Geh weiter, Dein Weg ist noch nicht zu Ende!

Mühsam erhebe ich meinen Körper aus dem Dreck,
er ist zerschunden und alles schmerzt.
Meine Augen suchen den Weg…

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